Mitreden: Schaukel auf dem Spielplatz

heute möchte ich eine kleine neue Reihe starten. In losen Abständen möchte ich hier berichten wie man durch mitreden die Welt ein kleines bisschen barrierearmer machen kann. Denn: Wie schnell ertappt man sich dabei darüber zu jammern, wie viele Hürden das Leben einem stellt… Dabei gibt es Möglichkeiten aktiv dazu beizustragen, diese abzubauen!

Erstes Beispiel: In unserer damaligen Heimatstadt sollte mit Bürgerbeteiligung ein neuer Spielplatz gestaltet werden. Ich las vom zweiten Treffen in der Zeitung und dachte: toll, vielleicht gibt es dann endlich einen Spielplatz, den auch Judith nutzen kann!

Also ging ich zum Treffen. Vorausgegangen war bereits ein erstes Planungstreffen, bei dem die Bürger ihre Wünsche einbringen konnten. Dies hatte ich leider verpasst und in diesem Treffen wurde bereits der Entwurf vorgestellt: Klettergerüste, ein Krabbeltunnel, Sandkästen, Einzelschaukeln,…
Der Entwurf wurde von den Anwesenden hoch gelobt.

Irgendwann melde auch ich mich. Lobte das Design und merkte an, dass meine behinderte Tochter auf dem Spielplatz leider gar nichts spielen könne.

Ein kurzer Schockmoment für den Architekten, der ihm aber die Augen geöffnet hat! Dankbar für den Hinweis sicherte er zu, den Spielpatz diesbezüglich nochmal zu überdenken und „zu retten, was zu retten ist“. Da das Konzept schon weitesgehend stand, konnte man nur noch kleinere Änderungen aufnehmen.

nestschaukelAber: man rettete. Der Spielplatz bekam statt der Einzelschaukel eine Nestschaukel und das Trampolin wurde so in den Boden eingelassen, dass man auch mit Rollstuhl drauffahren kann. Wir haben den Spielplatz gerne genutzt. Die Nestschaukel wurde intensivst beschaukelt, nicht nur von meiner Tochter, sondern auch von anderen rollstuhlfahrenden Kindern, sowie vom körperlich nicht beeinträchtigen Kleinkind bis zum Jugendlichen, auch Eltern sah man darin mit ihren Kindern schaukeln. Mit einer Einzelschaukel undenkbar.

Jedesmal wenn ich an diesem Spielplatz vorbeiging war ich wieder froh über meinen Mut, etwas gesagt zu haben. Der Architekt war dankbar für den Hinweis und auch der zuständige Mensch der Stadtverwaltung sprach mich später, als er mich mit Judith mal in der Stadt traf, an ob uns der Spielplatz gefalle?

JA!!

 

3 Kommentare zu „Mitreden: Schaukel auf dem Spielplatz

  1. Hallo Ihr Lieben!

    Lustig, wir hatten gerade vor kurzem auch genau so eine Erfahrung gemacht: http://mausbeere.blogspot.de/2016/11/spielewelt-in-bielefeld-16.html
    Wir hatten zwar nicht vor Ort was gesagt, aber das Bloggen über die Erlebnissen im Vorjahr haben ebenfalls zu echt positiven Veränderungen geführt. Der Veranstalter war da, ebenso wie Euer Architekt, absolut happy über eine andere Sicht der Dinge. 🙂
    Macht weiter so, Euer Blog wird hier immer sehr gerne gelesen.
    Alles Liebe schicken Euch
    Oliver, Stefanie & „Mausbeere“ Annika

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Ihr,
      Ja, das ist doch auch eine tolle Verbesserung, die der Veranstalter da vorgenommen hat. Oftmals ist die Barrierefreiheit nicht im Bewusstsein und dann ist es einfach notwendig, darauf aufmerksam zu machen. Umso genialer, wenn es so toll aufgenommen und umgesetzt wird!

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