Mundschutz selber nähen

Wow. Dieser Beitrag, den ich vor zwei Jahren veröffentlicht habe, trendet grad extrem. Wir nutzen den selbstgenähten Mundschutz z. B. zum Katheter-Legen: so wird vermieden, dass kleine Spucke-Tropfen auf das sterile Material gelangen. Dafür ist er geeignet. Nicht so gut geeignet ist er für das aktuelle Corona-Virus, siehe z. B. https://www.br.de/radio/bayern1/mundschutz-100.html

https://kinderdok.blog/2020/03/21/mein-corona-senf-iii

Aber zum Schutz anderer ist er besser als nichts. Bitte informiert Euch gut, ob der Mundschutz für Eure Zwecke geeignet ist!

Aber wenn grad eh so viele hier lesen: schaut Euch doch mal weiter um hier! In unserem Leben ist ein Mundschutz immer wichtig, im Kinderzimmer hat der einen festen Platt in der Schublade. Ich lade Euch ein, etwas auf diesem Blog zu stöbern und mehr darüber zu erfahren wie es sich so lebt mit einem Kind das chronisch krank ist und eine Komplexe Behinderung hat. Und erzählt gerne weiter von diesem Blog!

Nun aber zur Anleitung:

Dies ist der Auftakt einer neuen Kategorien-Serie, die in losen Abständen erscheinen wird. Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus und die Kapazitäten der Mülltonnen sind sehr beschränkt. So begann ich, über Alternativen zu all den Wegwerf-Pflegeprodukten nachzudenken.

Angenehmer Effekt von Mehrweg-Pflege-Dingen ist, dass sie hochwertiger sind. Damit einher geht oft auch ein höherer Tragekomfort (Stichwort Stoff-Schutzkittel statt Plastik-Schutzkittel). Diesen Gedanken weitergedacht entstand die Idee, Mundschutze selber zu nähen, so begann das Projekt…

Ziel ist, dass jede/r Pflegende seinen personalisierten Mundschutz hat, wiederverwendbar, bei 90 Grad waschbar und vor allem: angenehm zu tragen. Ich fand den „Körpertex-Stoff„, der zum nähen von Mundschützen geeignet ist.

Als Vorlage diente ein Einmal-Mundschutz. Auseinandergeschnitten kann man den Faltenabstand gut erkennen und nachbügeln.

Neben dem Stoff benötigt man noch 2mm-Gummikordel (oder Hosengummiband) und dann kann es auch schon losgehen!

1. Stoff grob zuschneiden und auf heißester Stufe bügeln:

2. Seitenränder umnähen, dabei die Gummibänder (es gehen natürlich auch flache weisse Gummibänder, die halten langfristig eine 90 Grad-Wäsche aus) einarbeiten. Ich empfehle, erst mal nur die oberen Gummis anzunähen, den Mundschutz einmal probe-anzulegen und den individuellen Abstand festzulegen. Dann mit einer extra-Naht die unteren Gummibänder annähen:

3. unten beim umnähen ein individuelles Muster einsticken:

4. Für mehr Tragekomfort einen Draht an beiden Enden umbiegen und verdrehen, oben einnähen.

Fertig!

P.S.: hier gibt es noch weitere Anleitungen

P.P.S: dieser Blog ist kostenlos, auch die anderen Anleitungen stelle ich kostenfrei zur Verfügung. Wenn Ihr Euren Dank zum Ausdruck bringen wollt, könnt Ihr dem Kinderhospiz Bärenherz in Leipzig eine kleine Spende mit dem Stichwort „Judith“ zukommen lassen.

23 Kommentare zu „Mundschutz selber nähen

  1. Hallo, ich bin selbst Pflegekraft und weis wovon du redest. Das mit dem octenisept. Für deine Tochter. Tut mir leid. Zzt. Werden alle Apotheken angehalten Desinfektion selbst herzustellen, also hebe vielleicht die Flasche auf. Eher Versorger ( die den Kath. Legen) sind noch berechtigt Kanister zu beziehen. Vielleicht füllen die dir auch was ab wenn du nett fragst. . Lg

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    1. Hallo Katja,
      Das ist eine gute Frage! Ich kann die gar nicht abschliessend beantworten; wir nutzen den selten in (vermeintlich) keimfreien Zeiten zum DK-Legen. Daher wasche ich ihn nur ab und zu und dann meist bei 60 Grad. Ab und an hat er auch schon ne Runde bei 90 Grad gedreht, das hat bisher nicht geschadet. Durch die Belastung reissen die Gummis eher an der Naht, die müssen gut festgenäht werden (es können auch flache Gummibänder genommen werden!). Mit angenähten Stoffbändern umgeht man das, das Anlegen ist dann aber etwas umständlicher.
      Ich hoffe, ich konnte helfen!

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  2. Hallo. Ich wollte fragen ob es möglich ist, das sie die Masse des Mundschutzes mir zu senden, da ich leider kein Einmalmundschutz haben, welches als Vorlage dienen könnte. Währe wirklich toll. Viele Dank in vorraus.

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    1. Hallo Andrea,
      Hm, das kann ich Dir gar nicht so genau sagen, da ich den Tipp von jmd. anders bekommen und so übernommen habe… Hat hierzu schon jemand Erfahrungswerte?
      Ich könnte mir vorstellen, dass er sich irgendwann wie ein BH-Bügel durch den Stoff bohren könnte.
      Eine Idee wäre, den Tunnel offen zu lassen und den Draht zum waschen raus zu nehmen.
      Viele Grüße, Anne

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      1. Liebe Anne, danke für deine Antwort. An einen Tunnel habe ich auch gedacht. Der Draht wird sonst sicher nicht lange halten.
        LG und bleibt alle gesund

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      2. ich habe flach ummantelten Blumendraht verwendet, hat bis jetzt schon einige Wäschen gut vertragen, man kann den einfach wieder gerade ziehen

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  3. Hiho,

    ich will nicht mäkelig sein, aber ich glaube, du hast die Maske falsch herum genäht. Sprich: „unten hinten“ sollte eigentlich „oben außen“ sein (sprich, die Nähte nach außen und die Dekonaht nach oben, damit es so ist wie die Vorlage). Die Originalmaske ist ja auch nicht symmetrisch: bis zur ersten Falte von oben sind es 4.5 cm, wohingegen der Abstand der unteren Falte zum Rand 3.5 cm ist. Ich schreibe das hier, weil es möglicherweise zum Tragekomfort beiträgt – richtig getragen, ist eine längere Falte an der Nase und eine kürzere am Kinn, oder?

    Viele Grüße und danke für die Anleitung, habe damit erfolgreich Masken für meinen Partner und mich herstellen können!

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    1. Die Stoffmaske habe ich nicht nach dieser Einmal-Mundschutz-Vorlage genäht, sondern damals „frei Hand“, nach Gefühl. Die Maße habe ich noch eingestellt, nachdem danach gefragt wurde. Tatsächlich kann man eine Maske so oder so nähen… da hat jeder ein anderes Empfinden wie sie bequem sitzt. Ich bin mittlerweile bei einem ganz anderen Modell gelandet 😉

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