Epilepsie: ketogene Ernährung?

Judith hat eine therapieschwere Epilepsie.
Fangen wir mit dem Wort Epilepsie an: das sind plötzliche „Entladungen“ im Gehirn und dann macht der Körper eine Bewegung, die er nicht steuern kann. Ist diese Bewegung fertig „abgespult“, ist der Anfall vorbei. So eine Epilepsie kann jeder Mensch bekommen. Wer mehr wissen möchte, kann sich z. B. in der Wikipedia informieren.

Therapieschwer: oftmals bekommt man eine Epilepsie sehr gut mit einem oder auch zwei Medikamenten in den Griff und wer Glück hat, ist anfallsfrei. Wer nicht anfallsfrei ist, bekommt oft noch ein drittes Medikament. Wer ganz viel Pech hat, hat unter diesen Medikamenten gravierende Nebenwirkungen zu erleiden. So leider auch Judith. Trotz dreier Medikamente können wir von Anfallsfreiheit außerdem nur träumen.

Nun gab es zwei Möglichkeiten: ein viertes Medikament (mit weiteren Nebenwirkungen) mit dazu nehmen oder es mit der ketogenen Diät probieren. Da man die Diät „einfach“ probieren kann und auch problemlos wieder beenden kann entschieden wir uns hierfür. Ein Medikament abzusetzen, ist ein längerer Prozess…

Also ketogene Diät.
Was ist das?

Die Diät imitiert den Fastenstoffwechsel. Man beobachtete nämlich mal, dass Menschen mit Epilepsie, die fasteten, weniger oder keine Anfälle haben. Da man ja nicht ewig fasten kann, trickst man den Körper mit der Diät aus: man isst weiter, aber nur bestimmte Dinge und der Körperkommt in die sogenannte Ketose durch: viel Fett, etwas Proteine. Das Verhältnis bei der klassischen ketogenen Diät liegt oft bei 4 oder 3 Teilen Fett auf 1 Teil Eiweiß. Dazu darf nur eine minimale Anzahl Kalorien gegessen werden. Anstatt aus Kohlenhydraten nimmt sich der Körper die Energie aus dem Fett. Dadurch nimmt man auch nicht zu, aber natürlich darf so eine Diät nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden denn auch hier gibt es Nebenwirkungen und vieles zu berücksichtigen.

Klingt krass? Ist krass!
Soll aber helfen.

Die Wirkung setzt nicht sofort ein, es dauert ca. 2-3 Monate bis man beurteilen kann, ob die Diät sinnvoll ist oder nicht. Daher nehme ich Euch mit auf unsere unbestimmte Reise und halte Euch auf dem Laufenden. In den nächsten Beiträgen werde ich von der Vorbereitung auf die Umstellung berichten und in weiteren Beiträgen über erste Koch-Erfahrungen. Außerdem wird es ein Tagebuch vom Krankenhaus-Aufenthalt geben.

Wer mehr wissen möchte über die Diät, dem sei z. B. die Seite der Uniklinik Freiburg empfohlen, der Wikipedia-Artikel oder auch die Seite von der Firma Nutricia –Ketocal.de – hier gibt es auch ganz interessante Informationen.

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