Archiv der Kategorie: unterstützte Kommunikation

Weiterentwicklung/Neusortierung des Wochenplans

Schon sehr lange hat Judith einen Metacom-Wochenplan. Mittlerweile hatte sie Bedarf an einem größeren Symbol-Vokabular, so dass ich die Sammlung neu strukturierte und erweiterte. Es kamen zum Beispiel Emotionen dazu:

Um nicht den Überblick zu verlieren, bekam jedes Thema eine eigene Farbe:

Häufig verwendete Symbole werden gleich vorne abgelegt:

Von den oft benutzten Symbolen löste sich nach vier Jahren dann doch mal der Klett und ich ersetzte ihn durch Klettpunkte:

Judith kann jetzt zielsicher aus zwei Symbolen eine Tätigkeit wählen, daher gibt es auch eine Blicktafel:

Wir stellen ihr die Möglichkeiten vor und das was sie möchte, schaut sie an:

Anfang Januar war sie ja schwer erkrankt. Um ihr die Kommunikation im Krankenhaus zu erleichtern, bastelte ihre Freundin für sie Kommunikationstafeln. Hier wird nacheinander auf die verschiedenen Möglichkeiten gezeigt und das Symbol benannt. An Judiths Reaktion merken wir, was davon sie will…

Somit ist der alte Kommunikationsordner endgültig abgelöst.

Mehr UK gibts hier.

iPad und Bigmack an gleiche Halterung montieren

BigMack/ Step by Step von hinten

Judith nutzt das iPad und einen Step-By-Step (Aussehen identisch mit BigMack) gleichzeitig. Da sie die Geräte auch unterwegs in der Schule, beim Rollisport oder in der Kinderkirche nutzt, hat sie eine Halterung am Rollstuhl, ähnlich dieser hier. Leider passte hier der BigMack/Step-by-Step nicht dran, für diese Geräte gibt es nämlich dieses Befestigungssystem.

Was nun?

Glücklicherweise kam mit der Rollstuhlhalterung auch noch mal eine neue Befestigungsplatte für den iAdapter. Die alte bewahrte ich zum Glück auf, denn wie sich herausstellte, musste nur ein Loch größer gebohrt werden und schon konnte diese Platte an den BigMag/Step-by-Step geschraubt werden!

das Loch am roten Pfeil muss größer gebohrt werden, dann kann die Platte an den grünen Pfeilen festgeschraubt werden!
die alte Halterung vom iAdapter
Fertig!

„Kann sie sprechen?“ Der Weg zur unterstützten Kommunikation

Diese Frage wird uns recht häufig gestellt wenn wir neue Menschen kennen lernen. Hierauf gibt es eine einfache Antwort: Nein, Worte kann sie nicht sprechen.
Auf Kinder übt diese Tatsache oft eine Faszination aus. Wie kann das sein!?
Der 13- jährige Sohn von Freunden fragte beim Picknick auf der Wiese frei heraus:
„ist Judith stumm?“
Mit diesen Worten wurde mir die Frage hingegen zum ersten Mal gestellt hat mich sehr zum Nachdenken gebracht.

Daher nehme ich sie zum Anlass, Euch mal von Judiths Wegen und Möglichkeiten, sich der Umwelt mitzuteilen, zu berichten (Achtung, sehr lang!).

Im ersten Lebensjahr entwickelte Judith einige Laute: „mamama, papapa, dadada“. Diese setzte sie jedoch nie gezielt ein und wir fragten die Frühförderung ob sie Ideen hätte, Judiths Sprachentwicklung zu fördern. Ja, hätte sie, und holte den GuK-Kasten raus. Das ist ein System, das die Lautsprache durch einfache Gebärden unterstützt. Also: ein Kind, das (noch) nicht sprechen kann und etwas trinken möchte, macht die Gebärde für trinken und man weiß, dass das Kind nun trinken möchte. Über die Gebärden sollen die Kinder zur Sprache kommen.
Frühförderin nr. 1 hielt es für eine gute Idee, unserem inzwischen deutlich entwicklungsverzögertem Kind zunächst nur drei Gebärden anzubieten: Huhn, Elefant, Maus. Sie übte ein halbes Jahr immer wieder diese Gebärden, zeigte Bilder, Schleichtiere, setzte sich vor Judith, führte ihre Hand,…
und was passierte? Nichts.
Zum einen waren die Gebärden motorisch zu komplex, zum anderen war sie mit ihren damals zwei Jahren angesichts der desolaten Gesundheitssituation noch nie auch nur in die Nähe eines dieser drei Tiere gekommen. 

Und nun? Kam Frühförderin nr.  2 in ihr Leben. Diese arbeitete zunächst an der visuellen Aufmerksamkeit. Denn nur wer hinguckt, kann sich auch was abgucken, logisch. Sie übte das Prinzip Ursache-Wirkung, elementare Voraussetzung für Interaktion. Sie sensibilisierte uns für Kommunikationsanlässe bei Judith. So beobachteten wir, dass Judith beim Trinken oft gleichzeitig mit der flachen Hand auf den Tisch schlug. Das übernahmen wir: jedes mal wenn sie trank, kommentierten wir es mit zwei Schlägen auf den Tisch.
Nach einiger Zeit forderte sich Judith über die Gebärde „zwei mal auf den Tisch klopfen“ Trinken ein. Etwas unkonventionell und in keiner Gebärdensammlung zu finden, aber wir hatten unsere erste Gebärde und unser Kind begann, uns etwas mitteilen zu wollen. Ein guter Anfang!

Kurz darauf berichtete eine der Nachtschwestern, dass Judith wenn sie nachts wach werde, ihre Hand durchs Bettgitter stecke. Sie streichele die Hand daraufhin. Schon bald perfektionierte Judith ihren „streichel-mich-mal-Wunsch“:  wenn sie im Bett lag, klappte sie ihre Hand hoch und jeder Eingeweihte wusste: sie möchte jetzt gestreichelt werden.

Im Bezug auf vorübergehende Hilfsmittel lernten wir, ihren Handlungen zu vertrauen. So braucht sie im Infektfall bis heute häufig Sauerstoff über eine Nasenbrille. Diese lässt sie auch bereitwillig drin. Wenn es ihr besser geht, zieht sie sich die Sauerstoff-Brille von der Nase. Und tatsächlich: kurz darauf ist die Sättigung auch ohne Sauerstoff wieder stabil.
Gleiches galt bei Nahrungssonden: diese hat Judith so lange drin gelassen wie sie nötig war. Wenn sie sie rausgezogen hat konnten wir sicher sein: jetzt geht es bergauf und sie wird wieder selber essen.

BIGmackNun wurde der erste BigMack verordnet. Hiermit konnte Judith zum Beispiel im Kindergarten im Morgenkreis mit-reden.

Wir zogen um und sie wechselte den Kindergarten. Ihre neue Erzieherin schlug vor, zusätzlich die Metacom-Symbole einzuführen. Als sie meinte, nun würde Judith fünf Tiere sicher dem Symbol zuordnen können begannen wir, die Symbole auch zu Hause im Alltag verstärkt einzusetzen. So hat Judith einen Tagesplan, auf dem wir anhand der Symbole zeigen, was ansteht. Teilweise ist ihre Anteilnahme sehr gut spürbar, manchmal scheinen die einlaminierten Karten auch eher Spielobjekt zu sein. Wir bleiben dran.

Wie können wir bei ihr Interessen erkennen? Hierzu gehört viel Beobachtungsgabe. Irgendwann fiel mir z. B. auf, dass Judith am Anfang eines neuen Monats sehr lange auf das neue Bild schaute. Ok, somit kam ein Metacom-Symbol für „neuer Monat“ dazu und wir hängten mehr Kalender auf. Nun ist sie schon ganz aufgeregt wenn sie das Symbol eines neuen Monats sieht und das Kalenderblatt-umblättern wird zelebriert. Wenn sie beim Vorbeifahren im Flur intensiver auf den Kalender schaut halten wir an und sie kann sich das Bild eine Weile ansehen.

Überhaupt sagt der Blick schon viel aus: wer sie kennt, erkennt Angespanntheit, Schmerz oder Müdigkeit nur anhand des Gesichtsausdrucks.

Müdigkeit zeigt Judith auch mit dem klassischen „ich-bin-müde“- Zeichen: sie reibt sich die Augen.

Anhand der Intensität des Lächelns kann man auch als Außenstehender den Grad der Begeisterung ablesen: es geht von einem zarten Lächeln bis hin zu fröhlichstem Strahlen. Vor Freude quietschen ist die höchste Stufe der Freude und wird passend zur Situationeingesetzt.

Auch über die Atmung kann man kommunizieren: bei mittelgradiger Genervtheit atmet sie schwer, bei totaler Entspanntheit langsam und tief. 

Recht früh etablierte sie das „theatralische Seufzen“. Wenn sie etwas Anstrengendes geschafft hat, genervt ist, etwas aus tiefstem Herzen bestätigt oder erleichtert ist, stößt sie einen herzhaften Seufzer aus.
Beispiel: Ich habe sie für einige Zeit zur Entlastungspflege ins Kinderhospiz gebracht. Das kennt Judith. Sie geht gerne hin und fühlt sich dort sehr wohl. Ich weiß das und trotzdem fiel mir der Abschied schwer. Ihre ehrenamtliche Hospizhelferin war auch mit da und so saßen und saßen wir dort und ich konnte und konnte mich doch nicht trennen. Judith sah man die Genervtheit förmlich an, sie wurde immer unruhiger. Ihre Hospizhelferin sprach aus was sie gedacht haben muss: „Boah Mama… jetzt geht schon endlich. Du nervst!“ Judith strahlte sie an, seufzte erleichtert und nickte 🙂

Auch andere Gesten nutzt sie zur Verständigung: Kopfnicken und Kopfschütteln erfolgen immer zielgerichteter. Diese Ja/Nein-Abfrage hilft uns oft sehr weiter, so habe ich neulich erfahren, dass  sie auf der linken Seite Zahnschmerzen hat. Das war schon ziemlich präzise. Wenn sie gut drauf ist erfährt man auf diese Weise auch, ob es ihr in der Schule gefallen hat, ob sie eine Runde schlafen möchte, ob sie lieber in den Innowalk möchte oder auf dem Fußboden spielen. Im Vertrauen „erzählt“ sie uns auch manchmal wen sie mag und wen nicht und welcher Besuch noch mal wiederkommen soll.

Eine wichtige Kommunikations-Geste ist für sie auch das Hände-wedeln. Dies setzt sie ein um Überforderung anzuzeigen, aber auch überbändige Freude, je nach Situation.

Weiterhin nutzt sie Gesten zur Sympathiebekundung. Es ist schon ein echtes Highlight, morgens ins Kinderzimmer zu kommen und mit Applaus begrüßt zu werden. Oder beim Essen-reichen gestreichelt zu werden. 

Neben den doch sehr individuellen Gebärden gibt es auch eine ganz klassische: das zeigen. Hält man Judith zwei Dinge zur Auswahl hin, entscheidet sie sich immer öfter zielgerichtet für eines. So kann sie selber bestimmen, welchen Aufstrich sie aufs Brot möchte, mit welchem Spielzeug sie spielen möchte oder was sie anziehen möchte. Leider neigt sie nach wie vor dazu nach rechts zu greifen, daher machen wir immer die Gegenprobe und vertauschen die Auswahlgegenstände.
Über das Zeigen kann Judith auch ansonsten gut mitteilen, was sie aus dem Umkreis von 1 m haben möchte.
Alternativ nimmt sie es sich einfach, so kann sie inzwischen beim Essen selber bestimmen, in welcher Reihenfolge sie essen möchte: alles ist in Greif-Nähe und sie bedient sich einfach selber.

Wenn etwas weiter weg ist, nutzt sie einen „theatralischen Wutanfall“.
Beispiel: Mein Mann ging an den Kühlschrank als Judith schon fast mit dem Essen fertig war. Sie schmiss sich daraufhin im Stuhl nach vorne und nach hinten und setzte ihr Wehklagen an als Zeichen, wir sollen ihr jetzt mal Beachtung schenken. Er fragte sie, ob sie noch etwas essen wolle: sie nickte. Dann zeigte er ihr einen Joghurt. „Möchtest Du noch einen Joghurt?“ Begeisterung. OK, alles klar, dann gibt es noch einen Joghurt, danke für die Info.

Langfristig wäre unser Ziel, dass sie sich noch mehr über Symbole verständigen kann. Das hat den Vorteil, dass sie auch Dinge äußern kann, die nicht in ihrem unmittelbaren Umfeld sind. Zur Zeit übt sie, Gegenstände Symbolen zuzuordnen und Symbole auf dem ipad anzuklicken. Das ist sicher noch ausbaufähig. Weiterhin hat sie einen Step-by-Step, der ist dem BigMack ähnlich, allerdings kann er mehrere Botschaften hintereinander wieder geben. Judith kann so kleine Geschichten erzählen oder Gedichte hören.

Ihre Lautsprache hat sich übrigens gar nicht weiter entwickelt. Ab und zu kommt noch ein „mama“, aber das ist nach wie vor nicht zielgerichtet. Dafür hat sie die Buchstaben „h“ und „m“ in ihr Kommunikationsrepertoire aufgenommen. Ihr glaubt nicht, wie viel man nur mit „h“ in unterschiedlichen Tonlagen sagen kann: Erstaunen, Ablehnung, Freude, Zurkenntnisnahme, …

Ein paar dieser Dinge erzählte ich auch dem Jungen, der mir die Eingangsfrage stellte. Er nahm sich derweil aus dem Picknickkorb eine Schokolade und gab mir auch etwas. Gleichzeitig fragte er: „Mag Judith eigentlich Schokolade?“ Bevor ich antworten konnte, ging ihr Mund sperrangelweit auf. Sie „schnappte“ förmlich nach der Schokolade. Kaum war die Schokolade im Mund, stieß sie ein wohliges „mhhhh“ aus und lächelte selig. Die Frage hatte sie damit selbst beantwortet.

App: Little bunny / kleiner Hase wo bist Du?

Diese Geschichten-App ist sehr gut geeignet für Kinder:

  • mit kurzer Konzentrationsspanne
  • die einfache Geschichten erfassen
  • die evtl. schon gezielt den Bildschirm berühren können (kein Muss, wenn nicht, hilft ein Erwachsener)

Handlung der Geschichte: Ein Hase ist weg und muss gesucht werden. Hierbei müssen verschiedene Bereiche angetippt werden um zu schauen, ob er dort ist.

Die App kostet aktuell 1,09€ und man kann sie hier downloaden.

Vertraut machen mit Metacom-Symbolen, Bildkarten erstellen

Nun, das stellten wir schon häufiger fest: Judith springt sehr auf die Symbole an ihrem Wochenplan an, auch das Weiterdrehen der Jahresuhr am Anfang des neuen Monats ist für sie jedes Mal ein Highlight. In der Schule wird fleissig das zeigen auf Bildkarten geübt und auch zu Hause wollten wir die „unterstützte Kommunikation“ weiter fördern. Wie in der Schule, soll sie auch zu Hause weiter mit den Metacom-Symbolen vertraut werden.

Hier probierten wir schon einiges aus und ich tüftelte weiter an einem handlichen, jederzeit verfügbaren System…

Langfristig wird es auf die Nutzung des iPads hinauslaufen, bis dahin wollen wir aber die Symbole mit Handlungen und Situationen im Alltag verknüpfen. Also bestellte ich ein paar Sammelbeutel und überlegte Kategorien, z.B. „Lebensmittel“, „Pflege, Grundbedürfnisse“, „Medizinisches. Therapien“, „Aktivitäten unterwegs“, „Orte“,… und beschriftete die Ordner entsprechend. Vorteilig ist, dass die Beutel zwei Kammern haben, so dass man Themengruppen beieinander hat (z.B. „Aktivitäten unterwegs“ und „Orte“). Diese beutel hängen am Rollstuhl-Griff, also stets „griffbereit“.

Um die Kommunikationskarten nun im Alltag immer präsent zu haben, brauchte ich eine Möglichkeit, sie Judith zu präsentieren, so dass sie sie zwar halten kann, aber nicht in den Mund stecken kann oder unbeabsichtigt fallenlässt.

Unsere Lösung im Moment ist ein Schlüsselband mit kleinem Karabiner, das am Rollitisch befestigt ist.

Die Karten lochte ich in der Mitte.

So kann sie sich die Karten unterwegs ansehen, drehen und wenden, aber eben nicht verlieren und auch nicht in den Mund stecken 😉

Sie schaut sie sich sehr gerne an und die Hoffnung ist, dass sie somit die Situationen mit den Symbolen verknüpft und weiß, was als nächstes passiert (hier auf dem Weg zum Kieferorthopäden).

In der Straßenbahn
Die Karten sind beidseitig bedruckt. Hier noch ein paar Tipps zur Herstellung:

  • Größe beachten! Die Symbole sollten nicht zu klein, aber auch nicht zu groß sein. Jedes Kind hat andere Bedürfnisse, Judiths Karten haben aktuell 7cm.
  • auf der Metacom-CD gibt es Rahmen-Vorlagen, da ist das Einfügen ganz einfach:
  • Darauf achten, dass die Schrift nicht am Rand beginnt, da sonst u.U. Buchstaben abgeschnitten werden könnten, hier gut zu sehen :-/ :
  • Für beidseitiges Bedrucken zwei gleiche Symbole nebeneinander ausdrucken und dann sauber in der Mitte falten:
  • ausreichend dicke Laminierfolie verwenden, zum Schluss in der Mitte lochen
  • Vorlagen unter den erstellten Themen abspeichern so dass man später noch mal was nachdrucken oder erweitern kann!

 

UK: Lego Duplo Music Composer

Ein weitesgehend unbekanntes Spielzeug von Lego, das sich sehr gut auch zur Anbahnung der gezielten Tasteransteuerung eignet. Leider hat Judith daran (derzeit) wenig Interesse, sie ist grad glücklich mit ihrem MP3-Player.
Dennoch möchte ich Euch hier die Geräte vorstellen! Es gibt diverse Ausführungen, bei näheren Informationen zu weiteren Geräten empfehle ich eine Internetrecherche. Judith hat das Modell „3361“ sowie „3362“:
Lego Duplo music composer rotMusic Composer Duplo grün

 

SoundsteckerAllen Geräten gemein ist, dass sie über ein Steck-System funktionieren: Damit Musik gespielt werden kann, muss ein Soundstecker eingesteckt werden.

Diese Stecker gibt es mit vielen verschiedenen Geräuschen, z.B. Tierstimmen, Instrumente oder auch Alltagsgeräusche.

Die Stecker lassen sich sehr leicht reinstecken und rausziehen.

Wird der Stecker in die Mitte gesteckt, muss das Kind selber aktiv werden. Beim roten Music Composer kann über den Schieberegler ein Ton in unterschiedlichen Höhen erzeugt werden bzw. durch drücken des orangenen Knopfes ertönt der Ton in einer Tonlage.
Beim grünen Music Composer können die Töne über die vier Tasten am Rand abgerufen werden, gleichzeitig gedrückt ergeben sie übrigens einen Dur-Akkord, das ganze hat durchaus einen gewissen musikalischen Anspruch…

Weiterhin kann eine Melodie abgespielt werden, hierzu muss der Stecker links oben eingesteckt werden. Im Gerät sind vier Melodien voreingestellt, zur nächsten Melodie kommt man durch Drücken des kleinen weissen Knopfes. Dieser fängt übrigens bei Benutzung auch noch an zu leuchten 🙂
Erweiterungsmodul Music composerEs gibt ein „Sound-Erweiterungsmodul“, durch das noch viele weitere Melodien abgespielt werden können.
Sind zwei Stecker in das Gerät gesteckt, kann über die „Freispiel-Funktion“ die abgespielte Melodie noch mit weiteren Tönen bespielt werden. Interessanterweise passen sich die durch die bedienbaren Tasten ausgelösten Töne hierbei harmonisch sehr der Melodie an, es klingt also niemals wirklich schräg oder unpassend und mit wenig Aufwand bekommt das Kind ein musikalisch ansprechendes Ergebnis hin.

Ansicht von hinten Music Composer DuploAuf der Rückseite des Gerätes ist ein An/aus-Schalter zum Batterie sparen, hier kann jedoch auch die Lautstärke in zwei Stufen geregelt werden.

Das Batteriefach kann nur mit Schraubenzieher geöffnet werden.

Fazit: ein sehr robustes, vielseitiges „Spielzeug“, das durchaus UK-tauglich ist.

Ipad-App „TouchMe PuzzleClick“

Diese App eignet sich besonders zur Anbahnung von Tastenbedienung. Es ist nicht notwendig, ein gezieltes Feld zu treffen, es geht lediglich darum, den Bildschirm zu treffen. Wird der Bildschirm mehrmals (die Anzahl kann man selber einstellen) berührt, baut sich ein Bild auf. Ist das Bild fertig, bleibt es einen Moment stehen und es ertönt ein passendes Geräusch.
Einstellungen App Touch me puzzle clickDie Bilder sind eindeutige Photos vor weißem Hintergrund, die Töne haben eine angemessene Länge: nicht zu lang, nicht zu kurz.
Neben der Klick-Anzahl kann man über die Einstellungen bestimmen, wie sich das Bild aufbauen soll, ob durch

  • Pixel
  • Rechtecke oder
  • eine „Jalousie“

Für einen besseren Eindruck der Bilder anbei noch ein paar Einblicke in das Programm:

touch me puzzle click 2App touch me puzzle clicktouch me puzzle click 3Touch me puzzle click 4

Fisher-Price MP3-Player adaptieren

Fisher Price MP3 Player Kid ToughHier stellte ich bereits den MP3-Player von Fisher-Price vor. Jedoch kam er mir für Judith immer noch etwas reizüberflutend vor. Die gezielte Bedienung der Tasten fiel ihr auch schwer.

In diesem Beitrag zeige ich Euch, wie man:

  • das Mikrophon entfernt
  • alles etwas reizreduziert und
  • die Tasten besser bedienbar gestalten kann

Zum Mikrophon:
Zunächst schraubt Ihr den MP3-Player mit einem Phasenprüfer oder -falls zur Hand- mit einem passenden Dreikant- Schraubendreher auf. Die Kabel des Mikrophons enden auf der Platine, jetzt ist etwas rohe Gewalt gefordert. Wir haben es mittels etwas Kraft einfach abgerissen. Nun muss noch das Loch, das das Mikrophonkabel hinterlässt, verschlossen werden. Wir haben dazu einfach das Kabel an der Stelle, die zwischen „innen“ und „aussen“ ist, abgeschnitten und wieder eingesetzt:

Übergang Mikrokabel

 

Fisher price mp 3 player ohne Kabel

 

Bei der Mikrophon-Halterung sind wir ähnlich vorgegangen. Das überstehende mit einem Messer gekürzt und damit nun die glatte Seite aussen ist, eine Kerbe reingeschnitten, damit man das Teil umgedreht wieder einsetzen kann:

Mikrophonhalterung durchgeschnittenKerbe angeglichen

Reizreduktion:

Hier habe ich zunächst den Gang in unser überaus kompetentes Schreibwarengeschäft des Vertrauens angetreten und nach einer weißen Klebe-Folie gefragt. Tatsächlich gab es eine weiße bedruckbare Din A 4- Folie. Mit Butterbrotpapier habe ich die Umrisse des Bedienfeldes abgepaust und auf die weiße Folie übertragen, ausgeschnitten und aufgeklebt. Ebenso wurde noch das Logo abgeklebt (nicht im Bild).
Bedienfeld abgeklebtAls nächstes kamen die Lautsprecher dran. Die Lautstärke ist schon ziemlich… beeindruckend. Also recherchierte ich, wie diese gedrosselt werden könne. Man könnte einen Widerstand ins Kabel löten, das übersteigt jedoch unsere momentanen Möglichkeiten. Somit entschieden wir uns, Stoff vor die Lautsprecher zu legen. Wir experimentierten etwas mit verschiedenen Stoffen herum und entschieden uns für einen alten wasserdichten Molton-Matratzenbezug. Dieser wurde passend zugeschnitten und vor die Lautsprecheröffnung gelegt:

MP3-Player geöffnet

 

Zum Schluss kam noch die bessere Bedienbarkeit der Lautsprecher dran.
Puh, gar nicht so einfach, aber nach einigen Inspirationen aus der Facebook-Gruppe für unterstützte Kommunikation und von Judiths Lehrern bekam ich eine Idee:

Der Play-Knopf ist genau 2 cm groß, handelsübliche Flummis sind dies auch ;-), also wurde hier ein Flummi halbiert und mit Sekundenkleber aufgeklebt:

Flummi auf Play-KnopfBei den weiteren Tasten exprerimentierte ich zunächst mit Fimo, aber so richtig wollte es nicht gelingen. Nach einem Gang in den Kramladen um die Ecke (MäcGeiz ;-)) hatte ich die Lösung:

Moosgummi auf TastenDies waren ursprünglich Herz-Aufkleber, die ich passend zuschnitt (wieder Butterbrotpapier als Schablone). Nach einem ersten Praxis-Test durch Judith war hier Nachbesserung gefragt, also fixierte ich den Glitzer mit einer dicken Schicht Sekundenkleber.
Nun sind die Flächen zum einen brösel-sicher, zum anderen auch griffig genug.

Durch diese Anpassung ist nun jede Taste für sich gut erkennbar und Judith kann den Player gut selber bedienen!

img_2380Fertig!

UK-tauglicher MP3-Player

Fisher Price MP3 Player Kid ToughNachdem Judith herausgefunden hat mit welchem Knopf sie auf der Fernbedienung den CD-Player startet (dabei aber oft auch Radiosender verstellt hat oder andere, nicht mehr nachvollziehbare Einstellungen geändert hat 🙄 ) war klar: nach dem BigMack muss nun irgendetwas neues kommen.

Also ging die Suche nach einem vandalismussicheren, leicht bedienbaren MP3-Player los. Judith sollte die Möglichkeit erhalten, selbstbestimmt ihre eigene Musik zu hören.

In der Facebook-UK-Gruppe schließlich bekam ich den entscheidenden Tipp: den MP3-Player von Fisher-Price „Kid Tough“. Leider gibt es diesen nicht mehr im Handel, aber auf einschlägigen Flohmarkt-Börsen, z.B. ebay Kleinanzeigen wird man durchaus fündig. Dieser MP3-Player ist für Judith ideal, die Vorteile:

  • Vandalismussicher, also Stoßresistent und robust verarbeitet
  • sehr übersichtliche und leichte Bedienung. Auf der Vorderseite ist wirklich nur das nötigste: Start/Pause, Vor und Zurück. Das wichtigste eben. An der Seite gibt es noch einen „Aus“-Knopf (wobei sich das Gerät nach einiger Zeit Nichtbenutzung auch von selbst ausschaltet und über den Start-Knopf wieder aktiviert werden kann) sowie die Lautsprechertasten und einen Kopfhöreranschluss.

Die Tonqualität ist recht gut, die Lautstärke jedoch selbst auf niedrigster Stufe durchaus beeindruckend, so dass wir hier etwas gedrosselt haben, dazu in einem späteren Beitrag mehr. Weiterhin ist der Player mit einem Mikrofon zum mitsingen ausgestattet, das haben wir jedoch auch gekappt.
Auf den Player passen laut Beschreibung bis zu vier Stunden Musik (256 mb), ich habe die Lieder aus iTunes rüber gezogen und bei 12 Liedern ist der Speicher dann auch schon mal voll. Aber mehr braucht Judith ja derzeit auch nicht.

Zur Liedauswahl: zunächst mussten natürlich ihre Lieblingslieder drauf und da beweist die kleine Dame schon mal einen ausgewählten Geschmack: Sportfreunde Stiller, P!nk und zu meiner großen Freude auch die Prinzen. Ergänzt habe ich das Repertoire durch kurze (!) Kinderlieder und Lieder von denen ich denke, dass sie ihr gefallen könnten (und das tun sie auch 🙂 ). Wichtig war nur, dass die Lieder eben nicht allzu lang sind und dass sie direkt anfangen und nicht ein einige Sekunden langes leises Intro haben. Damit Judiths Aufmerksamkeit immer wieder auf die Lieder gelenkt wird, habe ich diese vom Stil her ordentlich gemixt: auf ein ruhiges Lied folgt ein schnelles, auf ein schnelles ein langsames, dann ein Popsong, direkt danach ein Kinderlied,…

Man kann die Liedtitel beim speichern umbenennen (also z.B. „das Lied, das Oma gerne singt“), das wird auch gespeichert und ist am PC sichtbar, erscheint allerdings nicht im Display, naja, ist ja auch nicht so wild.

Das Lieder- aufspielen ist total einfach: der Player wird über ein USB-Kabel mit dem PC verbunden und als Laufwerk erkannt.
Hier gibt’s übrigens noch die Bedienungsanleitung. Und demnächst berichte ich, wie wir den Player noch angepasst haben (Reizreduktion, Mikro entfernt, Tasten tastbarer).

 

DIY: Kommunikationsordner

Kommunikationsordner 1Dieser Ordner ging zwischen Kita und zu Hause hin und her. Zweck dieser Mappe war, dass Judith anhand von Symbolen „berichten“ konnte, was sie gemacht hat. Hierzu gab es viele Metacom-Symbole, die  -thematisch vorsortiert- auf bunten Folien geklettet waren (z.B. blau: Gefühle, gelb: Verben,…). So konnten sie schnell wieder gefunden werden. Symbole, die wieder wegsortiert werden sollten, wurden auf die linke Innenseite geklettet, also z.B. Symbolkarten, die dem Kindergarten gehörten. Vorne auf der Mappe war weicher Kunstrasen geklebt, auf dem die aktuellen Karten klebten.
Kommunikationsordner 2

 

Zum Nachbau benötigt Ihr:

  • die Metacom-CD (hier bestellen)
  • ausgedruckte Symbole, an die erforderliche Größe angepasst
  • Laminierfolien, Laminiergerät
  • viele Meter Klebeklett (gibt’s z.B. im Gardinenladen oder Bastelgeschäft), vom weichen braucht Ihr wesentlich mehr als vom Hakenklett
  • bunte Blätter
  • ein Stück Kunstrasen oder einen Rest sehr weichen Teppich
  • Guten Kleber, ich habe glaube ich „Kontaktkleber“ verwendet

Kommunikationsordner 3Und so gehts:

  1. passende Symbole mit Hilfe der Layoutvorlagen ausdrucken, zuschneiden, einlaminieren, Ecken abrunden
  2. auf die Metacom-Karten-Rückseite ein kleines (!) Stückchen Hakenklett kleben
  3. Teppich auf die erforderliche Größe zuschneiden, Ecken abrunden (!), auf den Deckel kleben
  4. Bunte Blätter einlaminieren, das Thema der Symbolsammlung (z.B. Aktivitäten drinnen, Aktivitäten draussen, Wochentage, Verben,…) mit wasserfestem Stift drauf schreiben
  5. Auf die Blätter quer weiche Klettstreifen kleben. Abstand so bemessen, dass zwischen den Kartenreihen etwas Luft ist
  6. Auf die Ordner-Innen-Seite ebenfalls weiche Klettstreifen kleben
  7. alles einsortieren,
    FERTIG!

übrigens: die Weiterentwicklung und Kombination mit dem Wochenplan findet Ihr hier