Archiv der Kategorie: unterstützte Kommunikation

Buch: Klang-Klappenbuch

KlangklappenbücherTitel:
Klang-Klappenbuch
Verlag:
DORLING KINDERSLEY
ISBN:
978-3-8310-2016-4 (Wir machen Musik)
978-3-8310-2017-1 (zu Hause)978-3-8310-1775-1 (Bauernhof)
alle 9,95€

Diese Bilderbücher sind ausschließlich mit Photografien aus dem Alltag von Kleinkindern gestaltet. Klangklappenbücher innenAuf der linken Seite befindet sich jeweils ein Baby/Kleinkind in einer Spielsituation, auf der rechten Seite sind Details des Photos auf der linken Seite abgebildet. Auf der linken Seite wird im Text die Situation beschrieben, auf der rechten werden Fragen dazu gestellt, z.B. links: „Greta findet das gelbe Küken nicht. Sie sucht überall. Hilfst Du ihr?“ rechts: „Versteckt es sich vielleicht in der großen Kiste?“ Die Fragen sollen die Kinder animieren, die Klappen zu öffnen. Hinter den Klappen gibt es Photos von weiterem Spielzeug, hinter der jeweils größten Klappe finden die Kinder dann das, was sie suchen sollen. Über einen Lichtsensor wird darüber hinaus ein Geräusch ausgelöst (Ursache-Wirkung: UK-Anbahnung).
Positiv gefällt mir an diesen Büchern, dass geläufiges Spielzeug abgebildet wird, einige der abgebildeten Dinge hat Judith auch, dadurch bekommen die Bilder einen noch größeren Bezug zum Alltag. Auch die Klänge sind gut gewählt (Lautstärke und Länge sind angemessen) und motivieren mein Kind, die Klappen immer und immer wieder zu öffnen 🙂
Die Photos sind teilweise sehr offensichtliche Photomontagen, aber das stört die Kinder vermutlich weniger…

UK: iAdapter

iAdapterMittlerweile hat sich das iPad in der Unterstützten Kommunikation etabliert. Es ist sehr berührungssensibel und inzwischen gibt es viele Spiele oder sogar speziell entwickelte UK-Apps für das iPad. In weiteren Beiträgen werde ich verschiedene Apps vorstellen, heute zunächst die passende Hülle, den iAdapter.

Die Hülle ist sehr robust und das iPad überlebt mühelos einen Sturz aus einem Meter Höhe (ich weiß das… !).
Die Funktionen des iPads bleiben komplett erhalten, da die Hülle an den wichtigsten Stellen Aussparungen hat. So kann z.B. nach wie vor die Home-Taste bedient werden. die Kameras sind zugänglich und auch das Aufladen geht problemlos.

iAdapter Sperre Home ButtonDer Home-Button kann mit einem Schiebeknopf versteckt werden. Das hilft allerdings nicht so viel, wenn das Kind einen großen Forscherdrang hat und die Klappe immer aufschiebt 😉 Dann hilft aber die Funktion „geführter Zugriff“, mit der man nur mit einem Passwort und nach dreimaligem schnellen Drücken des Knopfes aus der aktuellen App heraus kommt 🙂

iAdapter SeitansichtAn der Seite gibt es einen Anschluss für einen Kopfhörer. Weiterhin verfügt die Hülle über einen eigenen Lautsprecher, der um einiges lauter ist als der integrierte Lautsprecher des iPads.
Töne kann man also zum einen ausschließlich über den internen Lautsprecher abspielen, zum anderen noch zwei weitere Lautstärkestufen über den Schiebeschalter wählen. Hierbei kann dann weiterhin die Lautstärke über den internen Regler angepasst werden. Wenn der Akku des Lautsprechers leer ist, leuchtet die „Charger LED“ und er wird mit Hilfe des mitgelieferten Mini-USB-Kabels aufgeladen (siehe Mini-USB-Buchse).

iAdapter Rückseite Rückseite:
Es gibt zwei Tragemöglichkeiten: zum einen den integrierten Griff, zum anderen mit Hilfe eines Gurtes, der oben durch die zwei länglichen Schlitze gezogen werden kann.
Unter dem Griff seht Ihr den Lautsprecher, rechts davon die Aussparung für die Kamera. Auf Judiths iAdapter ist die Halteplatte für die Halterung montiert, alternativ gibt es noch eine Platte, die wie ein Buchständer funktioniert. In Judiths Fall haben wir jedoch die robustere Variante gewählt 😉
Somit kann das iPad überall montiert werden: am Rolli, am Tisch oder am Bett.

iAdapter HalterungHalterung:
Das kleine schwarze Teil was da extra liegt ist kann wahlweise in die Klemme eingefügt werden so dass die Halterung sowohl an runden Rohren als auch auf einer flachen Fläche montiert werden kann.

Sehr toll am iPad ist ja, dass es in vielen verschiedenen Situationen eingesetzt werden kann: zur unterstützten Kommunikation genau so wie zur Kommunikationsanbahnung, für Spiele unterschiedlicher Zielstellung (Feinmotorik, visuelle Wahrnehmung, Kognition, lesen, rechnen, Konzentration, …) oder auch mal einfach zum Betrachten von Bildern oder Videos.

Vor längerem war Judith sehr schwer krank und konnte wenig machen. Sie lag im Krankenhaus und war recht benommen von den Beruhigungsmitteln. Hier montierten wir ihr das iPad am Bett und starteten eine App, die sehr einfach strukturierte Bilder in Endlosschleife abspielte. Für Judith war das in dieser Situation genau das richtige, da sie gerade wieder übte, gezielt zu schauen und daraufhin wieder etwas mehr Interesse an ihrer Umwelt zeigte:
iAdapter im KH

UK: Angel- und Lotto-Spiel

AngelspielDies war das Geburtstagsgeschenk der Kita zum 7. Geburtstag.

Zum Nachbauen braucht Ihr:

  • Metacom-CD (hier bestellen)
  • Büroklammern
  • quadratisches Papier/Pappe
  • Pappe fürs „Aquarium“
  • Stock
  • Magnet und etwas Schnur
  • Laminierfolie

Das Bild dürfte selbsterklärend sein.
Judiths Spiel hat das Thema „Wasser“ und folgende Metacom-Symbole wurden verwendet:

  • Delfin
  • Frosch
  • Schildkröte
  • Pinguin
  • Ball
  • Krokodil
  • Spinne
  • Seehund
  • Goldfisch
  • Qualle
  • Wal
  • Schlange

Buch: Bibelbilderbuch von Kees de Kort

Bibelbilderbuch 1Die Bibelbilderbücher gibt es seit 1965 und sie sind bis heute aktuell. Die Geschichten sind in leichter Sprache geschrieben, die Bilder sehr klar gehalten. Das ist kein Zufall: entwickelt wurde diese Reihe für Menschen mit geistiger Behinderung. Inzwischen sind sie jedoch allgemein so gängig, dass in so ziemlich jedem kirchlichen Kindergarten und in jeder Kirchengemeinde mindestens eines der Bücher zu finden sein müsste… Ich selber hatte als Kind auch einige dieser Geschichten als Buch und nun gebe ich sie gerne an mein Kind weiter.

kleine BibelbilderbücherDiese Geschichtenbücher gibt es übrigens in den verschiedensten Formaten (als Sammlung in einem großen Buch, kleine Geschichtenbücher in „Pixi“-Größe, quadratische Bücher mit einzelnen Geschichten,…), sowohl neu als auch im modernen Antiquariat.

Bibelbilderbuch innen

UK: BIGmack

BIGmackKlingt wie ein Burger, ist aber keiner 😉
Vermutlich heißt das Teil so, weil es eben echt „big“ ist, also einen großen Knopf hat.
Der BIGmack ist ein Sprachausgabegerät und wird zur unterstützten Kommunikation genutzt. Er hat eine maximale Aufnahmezeit von zwei Minuten. Wird der „record“- und der große Knopf gleichzeitig gedrückt, startet die Aufnahme.
Über einen Lautstärkeregler kann die Lautstärke angepasst werden. Die Sprachqualität ist sehr gut.
Die Knöpfe oben drauf können ausgewechselt werden: es gibt rot, gelb, grün und blau sowie einen durchsichtigen Deckel der oben drauf geklickt werden kann und unter den Bilder geschoben werden können. Wir haben Klebeklett auf den Deckel geklebt, so dass wir das jeweils passende Metacom-Symbol mit aufkletten können.
Im Kindergarten wechseln die Deckel übrigens täglich, je nachdem, welche Farbe der jeweilige Tag hat.
Wir nehmen zu Hause eine Episode auf die Judith dann im Kindergarten im Morgenkreis abspielen kann. So kann sie auch mitreden. So ein BIGmack hat eine hohe Anziehungs- und Integrations-Kraft, denn andere Menschen sind immer neugierig, was wohl da drauf gesprochen wurde. Auch ich bin nachmittags immer ganz gespannt, was die Erzieherin von Judiths Tag darauf gesprochen hat. In der Regel sind das Erlebnisse, die Judith besonders bewegt haben, z.B. „stell Dir vor Mama, wir waren heute im Wald und… wir haben sogar den Osterhasen gesehen! Er ist durch den Wald gehoppelt!“oder „heute saß ich vor der Fensterscheibe und habe ganz gespannt den Spatzen zugesehen, die über die Wiese hüpften“. Oder „ich musste lachen, als der … gesungen hat“. So etwas in der Richtung halt 🙂
Auch im Begrüßungskreis beim Rollisport kann sie auf diese Weise mitreden. Im alten Kindergarten (eine Integrationskita) haben auch oft die anderen Kinder etwas aufgesprochen oder auch mal ein neues Lied drauf gesungen. Bei guter Verfassung hat Judith derweil dazu geklatscht.

BigMack BedienfeldDer BIGmack kann aber noch mehr: es gibt Ein- und Ausgänge. So kann man z.B. einen Batterieunterbrecher anschließen. Dieser wird bei batteriebetriebenem Spielzeug zwischen Batterie und Kontakt gebaut und somit kann das Kind das Spielzeug gezielt per Knopfdruck ansteuern. So hatte Judith eine Weile eine Laterne überm Bett die sie sich nachts anmachen konnte wenn sie wach wurde.
Opa Harald hat auch etwas tolles gebaut (danke!): eine adaptierte Maus. Diese kann zwischen BIGmack und PC gesteckt werden und dann ist der BIGmack die linke Maustaste (hier gibt es die Bauanleitung). Auf diese Weise kann Judith beispielsweise selber Photos auf dem PC betrachten und nach ihrem eigenen Tempo weiter klicken.
adaptierte Maus

Einen BIGmack kann man sich rezeptieren lassen, da er eine Hilfsmittelnummer hat. Er ist aber auch frei käuflich (kostet ca. 160€). Die Anschaffung lohnt sich, denn so ein BIGmack ist extrem langlebig und auch sehr robust (hat schon einen Treppensturz schadlos überstanden) und bietet eben neben der klassischen Sprachwiedergabe viele weitere Möglichkeiten.

P.S: Wer nur eine kostengünstige Sprachwiedergabemöglichkeit sucht, kann auch einen „bigPOINT“ verwenden. Diese sind mit etwa 13€ viel günstiger, aber auch deutlich kleiner und die Sprachqualität ist … so naja, aber noch akzeptabel 😉 . Er hat auch nur eine Aufnahmezeit von 30 Sekunden, wobei das für kurze Sprachmitteilungen vollkommen ausreichend ist.
Es gibt auch noch in BigPOINT-Qualität eine „Sequenza-Box“ (ca. 40€), diese kann auf mehreren Ebenen aufnehmen und als externer Schalter genutzt werden.

UK: Musikbox

Da Judith inzwischen relativ gelangweilt von ihrem BigMack war, musste eine neue Herausforderung her. Zur Erklärung: Der BigMack ist ein Einzel-Knopf, der einen vorher aufgenommenen Text abspielt oder mit dem man adaptiertes Spielzeug ansteuern kann (zum BigMack werde ich bei Gelegenheit auch mal einen Artikel einstellen).

Um mit ihr das Ansteuern verschiedener Felder zu üben, bauten wir daher aus vier BigPoints und Holz eine „Musikbox“:

Anhang 3 (Mobile)

Hier hat sie nun vier Felder, sie sie ansteuern kann. Um ihr das Ansteuern schmackhaft zu machen, haben wir drei Felder mit ihren Lieblingsliedern bespielt und das vierte ist derzeit noch leer. Wenn Sie mit der Bedienung etwas vertrauter ist, kommt aufs rote Feld ein für sie unangenehmes Geräusch (etwas fies, aber wirksam 😉 ) und sie lernt dann hoffentlich die noch gezieltere Bedienung.
Derzeit hat sie zwar das Prinzip verstanden dass unterschiedliche Lieder abgespielt werden, aber wenn sie einen Knopf oben ansteuern will, drückt sie immer automatisch den blauen mit. Hierfür haben wir noch so keine richtige Lösung, wenn mal wieder etwas Zeit übrig ist, baue ich vielleicht eine schräge Stütze auf die die Musikbox geschraubt wird, aber das ist „Zukunftsmusik“.

Hier noch zwei Bilder:
Musik-Box Ansicht von der Seite Musikbox Ansicht von unten

In der Seitenansicht seht Ihr die Aussparungen die es ermöglichen, neue Sequenzen aufzunehmen ohne den Big-Point aus dem Kasten heraus zu nehmen. Genau genommen müssten die Schrauben nur zum Batteriewechsel gelöst werden.
Von unten seht Ihr oben etwas über der Mitte zwei Gewinde. Judiths Stehständertisch und auch ein Tisch für den Therapiestuhl hat an der gleichen Stelle Löcher, so dass die Box vandalismus- und absturzsicher auf dem Tisch festgeschraubt werden kann (sie hat übrigens noch mehr Spielzeuge, z.B. eine Kalimba, die durch diesen Kniff überhaupt erst für sie nutzbar sind).
Sebastian hat eine Anleitung zum Nachbau erstellt, hier könnt Ihr sie runterladen.

UK: Wochenplan

Nachdem ich hier bereits die UK-Monatsübersicht vorgestellt habe, geht es nun ins Detail, nämlich die Wochenplanung.
Wir erzählen Judith immer waUK Wochenplans am Tag geplant ist, damit sie sich darauf einstellen kann. Diese Erklärungen nimmt sie dankbar an und wir haben den Eindruck, dass ihr diese Erklärungen Sicherheit geben. Um das ganze für sie zu visualisieren, hat sie nun einen Wochenplan bekommen. Die Anleitung und Vorlage findet Ihr hier, herzlichen Dank an dieser Stelle für diesen Download!

Wir waren zunächst skeptisch ob sie das System versteht, aber alle Bedenken waren umsonst! Sie findet den Wochenplan total klasse und hört morgens sehr aufmerksam zu wenn wir mit ihr die Tagesplanung durchgehen und Abends ist sie auch aufmerksam wenn wir die Aktivitäten des nächsten Tages erklären. Der aktuelle Tag wird mit einer Wäscheklammer markiert an der das „heute“-Symbol klebt.

Damit das ganze flexibel zu gestalten ist, wurde der Plan einlaminiert und mit Klettstreifen versehen. Aus der Metacom-CD (hier zu bestellen) habe ich dann die für sie relevanten Tagesaktivitäten herausgesucht und teilweise angepasst. Für manche Aktivitäten, z.B. Kindergottesdienst, gibt es noch kein vorgegebenes Symbol- da habe ich eben dann ein Photo des Kindergottesdienstraumes verwendet. Weiterhin gibt es Photos von allen Menschen die regelmäßig in Judiths Leben auftauchen, sowie die durchgestrichene Variante davon (durchgestrichener Papa bedeutet: Papa ist heute nicht da).
UK Aufbewahrung WochenplansymboleDie Symbole werden in eine Mappe geklettet wenn sie gerade nicht benötigt werden. Die Mappe kann platzsparend zusammengeklappt
werden und liegt immer griffbereit in der Nähe.

Der Wochenplan hängt wie die Jahresuhr in Sichtweite zu Judiths Platz in der Küche so dass wir beim Essen gleich Kommunikationsanlässe haben.

UK: Was ist das? und: UK- Jahresuhr

Nachdem Judiths Erzieherin in der Kita grandiose Vorarbeit in Sachen unterstützte Kommunikation geleistet hat (danke, Martina!), haben wir auch zu Hause die Metacom-Symbole eingeführt.

Zunächst ein kleiner Exkurs für alle, die zum ersten Mal davon hören:
Ich empfehle den Wikipedia-Artikel „unterstützte Kommunikation“ sowie die „Unterstützte Kommunikation“-Gruppe bei Facebook (hier habe ich wirklich viele Anregungen und Tipps bekommen).
UK ist die Möglichkeit, trotz fehlender Lautsprache zu kommunizieren. Hierbei kann man -wie Judith es schon tut- Mimik und Gestik verwenden oder auch Gebärden.
Es gibt aber noch viele weitere Möglichkeiten mit Hilfsmitteln zu kommunizieren:
zum einen gibt es elektronische Hilfsmittel (vom einfachen Big-Mack, einem „Sprachknopf“ bis hin zum sog. Talker mit komplexem Vokabular), zum anderen kann man mit Bild- und Symbolkarten kommunizieren.

An diese Möglichkeit tasten wir uns gerade heran.
Ein paar tolle Ideen habe ich hier gefunden, unter anderem folgende Jahresuhr:
UK JahresuhrDiese Uhr hängt in unserer Küche und Judith schaut sehr oft und sehr intensiv dort hin. Da sie eh ein Faible für neue Kalenderblätter hat (sie nimmt es sofort wahr wenn ein neues Kalenderblatt an der Wand ist!) und wir ihr gerne eine zeitliche Orientierung bieten wollen, war dies dann unser erstes Metacom-Utensil. Arbeitsaufwand waren etwa zwei Stunden, in dem Dokument zum Monatskalender ist alles sehr gut erklärt und man muss kein Bastel-Experte sein :-).

Das größte Highligt ist natürlich, wenn der Pfeil einen Monat weiter wandert. Aber auch so kommentieren wir jedesmal, wenn sie dort hin schaut, den Monat und die Jahreszeit. Hierbei verwenden wir Sätze die sie gut mit ihren bisherigen Erfahrungen übereinbringt, z.B.: „das ist der Dezember, da stellen viele Leute einen Tannenbaum auf. In der Kita steht doch auch schon ein Baum, oder? Bei Oma und Opa hast Du doch auch gestaunt dass ein Baum im Wohnzimmer steht. Und wir kaufen auch bald einen…“