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Autorampe: Kleine Lampe, grosses Problem

Vielleicht steht ja der eine oder andere der diesen Beitrag liest, vor dem Umbau eines Autos, damit ein Rollstuhl-Mitnahme-Platz entsteht. So ein Autoumbau ist höchst individuell und auch höchst speziell. Daher können kleine Dinge übersehen oder nicht beachtet werden und der Alltag zeigt Tücken auf…

So auch geschehen bei uns. Wir haben das Auto ja gebraucht gekauft, der Umbau war schon drin.

So sieht die Rampe ausgeklappt aus. Um den Rollstuhl zu fixieren, muss er an vier Punkten am Auto festgeschnallt werden:

Die Retraktoren, die den Rollstuhl vorne fixieren, lassen sich elektrisch verriegeln. Das heißt:

Diesen Schalter drücken, Verriegelung lösen, Gurte rausziehen, am Rolli festklicken, Rolli ins Auto schieben, Schalter wieder umlegen, damit die Gurte fixiert sind.

Beim rausnehmen funktioniert es ähnlich: Schalter umlegen (Rote Lampe leuchtet), Rolli rausfahren, Gurte lösen, Rampe einklappen, Tür zu.

Ähhhh, Moment!

Die rote Lampe!!

Unbedingt ausmachen, denn sie zieht sonst schön weiter Strom.

Nur- nichts im Ablauf lässt einen diesen Schritt automatisch ausführen, somit liegt hier eine hohe Wahrscheinlichkeit, diese rote Lampe zu vergessen. Mit der Konsequenz, dass die Autobatterie schon nach spätestens einem Tag entladen ist und man den Pannendienst zur Starthilfe rufen muss. Nachdem uns das drei mal passiert ist (ja, hier könnt Ihr Euch einen Smiley vorstellen, der die Augen verdreht), haben wir uns ein Starterkabel gekauft, es kam dann noch zwei mal zum Einsatz, weil wir die rote Lampe trotz mehrerer roter Erinnerungszettel im Auto wieder vergessen hatten. Dann entschieden wir: es muss eine grundsätzliche Lösung her!

Und jetzt kommt der Super- spezial- Tip für alle, die so ein Auto umbauen lassen wollen: koppelt die elektrische Verriegelung an einen logischen Schritt, der eh ausgeführt werden muss, also z. B. an das Schliessen der Heckklappe oder die Zentralverriegelung. Es ist für die Spezialwerkstatt ein Zeitaufwand von einer halben Stunde, der Gewinn ist unbezahlbar!

Wir müssen nun nicht mehr immer daran denken. Der Stromkreis wird jetzt automatisch unterbrochen, sobald ich die Tür schliesse.

unsere erste Crowdfunding-Kampagne

>>> HIER geht es direkt zur Kampagne <<<

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Das ist der „Josi Wismi“

„So teuer!? Wollt Ihr das Geld nicht über eine Crowdfunding-Kampagne sammeln?“

So in etwa fiel der entscheidende Satz von Judiths Patenonkel Christoph. Es ging um den aktuellen Fahrradanhänger, wie viel Lebensqualität uns dieses Vehikel bietet und dass er zu klein ist und wir einen neuen anschaffen möchten. Und dass Geldgeschenke aus diesem Grund sehr willkommen wären.

Denn: nach einigem Suchen haben wir ein geeignetes Modell gefunden, den „Josi Wismi“. Da die Hilfsmittel mit zunehmender Größe mehr Platz wegnehmen, kam uns sehr entgegen, dass er faltbar ist. Wir können ihn, wenn wir am Ziel angekommen sind, sehr einfach vom Fahrrad abkoppeln und ein Schieberad anbauen so dass wir, ähnlich wie beim Benecykl, auch vor Ort mobil sind. Er hat eine Federung und zusätzlich noch abfedernde Reifen. Judith wird dieses Ausstattungsmerkmal besonders freuen, sie meckert bei unebenem Gelände manchmal ganz schön rum (das wird dann ein Ende haben :-))

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in Breite und Länge ist noch viel Wachstum möglich!

Der gewünschte Fahrradanhänger bietet ihr viel Halt und gleichzeitig Schutz durch das Sonnendach und eine Regenplane. Wie bisher würden wir den Anhänger auch intensiv für Wanderungen nutzen oder in unebenem Gelände (z.B. Strand oder Schnee).

Der Anhänger wird ca. 4500€ kosten. Ganz absehbar ist das noch nicht, da das Sanitätshaus evtl. später noch weitere Stützmaßnahmen einbauen muss. Das wissen wir aber erst, wenn wir damit gefahren sind und wie Judith unter „Belastung“ tatsächlich gehalten wird.

Und da brachte er die Idee mit dem Crowdfunding ins rollen… Christoph half mir beim Erstellen der Betterplace.me-Seite und steht mir mit Rat und Tat zur Seite. Wir haben das Ziel auf 5000€ gesetzt. Alle Beträge, die über den tatsächlichen Anschaffungskosten liegen, werden wir dem Kinderhospiz Bärenherz spenden.

 

Wohnungsrampe

Wenn wir mit Judith (und ihrem Therapiestuhl) auf den Balkon wollen, gibt es eine Türschwelle die ein Hindernis ist. Mein Mann hat daher eine Rampe ausgetüftelt. Da wir sie platzsparend verstauen wollen, hat er sie „in sich klappend“ geplant.

Die Fotos können ja vielleicht eine Inspiration zum Nachbau sein:

Hier sieht man, wie sie sich ineinander faltet.

Eine Kerbe verhindert verrutschen. Auch der Mittelsteg kann weggeklappt werden.

Rampe von unten, Komplettansicht.

Da es keine entsprechend lange Stange gab, hat mein Mann das Ende mit Pattex verspachtelt…

Barrierefreier Strand am Cospudener See

Unweit des Kinderhospizes Bärenherz befindet sich der Cospudener See. Die Straße zum Strand ist für Autos gesperrt, jedoch fährt der Bus durch indem ein Absperrpoller heruntergelassen wird.

Diesen Absperrpoller können dazu berechtigte auch mit einem Euro-WC-Schlüssel herunterlassen um mit dem Auto näher an den See heranzukommen.

Der barrierefreie Strandabschnitt ist sehr gut ausgeschildert.

Verlässt man die asphaltierte Straße, wurde versucht, den Schotterweg mit ausrangierten Förderbändern begehbarer zu machen. Ich schreibe „versucht“, denn der Weg sackt zur Seite hin ab und man gerät mit Rolli schnell in Schieflage, gegebenenfalls sogar in den Graben.

Reist man mit Auto an, kann man direkt vor dem Strandweg parken:

Nun steht man vor einem Versorgungstrakt. Hier gibt es einen Strandimbiss und öffentliche Toiletten. (Update 2019) Hier gibt es ein sehr gut ausgestattetes Rollifahrer-WC, welches mit einem Euro-WC Schlüssel geöffnet werden kann. Im Vorraum befindet sich eine Liege und eine Dusche:

Nebenan ist die Toilette, hier befindet sich (tadaaa) auch ein Strandrolli!

Dieser Rolli ist voll funktionstüchtig. Nicht das schönste Modell, aber das ist wohl jammern auf höchstem Niveau, denn er erfüllt voll seinen Zweck:

Rechts und links von diesem Gebäude geht ein mit Bohlen befestigter Weg etwas näher dem Ufer entlang als die asphaltierte Straße. Auch an anderen Abschnitten ist dieser Weg abgesenkt so dass man barrierefrei rauf und runter kommt.

Zurück zum barrierefreien Strand:

Ein Holzweg führt den Strand herunter. Direkt daran liegt ein Holz-Strandsofa. Dieses ist so erhöht, dass wir Judith gut darauf umziehen konnten. Rechts und links ist genug Abstellfläche für mitgebrachte Hilfsmittel.

Eine Kennzeichnung fehlt, aber den Leuten die darauf lagen haben bereitwillig Platz gemacht.

Von dem Holzweg kommt man dann direkt auf die Metallrampe, die ins Wasser führt.

Unten an der Rampe kann der Duschstuhl geparkt werden.

Die Möglichkeit eine Gehhilfe anzuhängen/abzustellen gibt es nicht. Verlässt man die Plattform, muss man losschwimmen. Leute über 1,80m können gerade so auf den Zehenspitzen stehen.