Archiv der Kategorie: Pflege-Zimmer

Schutz der Wände

Das hier ist eine Türecke auf dem Weg ins Kinderzimmer. Trotz aller Vorsicht und Abpolsterung der Hilfsmittel fährt man doch immer wieder dagegen. Die Wände sahen ganz ähnlich aus. Um sie vor größerem Schaden zu bewahren, haben wir Bretter vorgeschraubt und in der Wandfarbe gestrichen:

Auch die Ecken sind besonders durch angeklebte Winkelbleche geschützt:

Gastbeitrag: Organisation im Pflegezimmer

Neulich war Familie Suckert bei uns. Schnell kam das Gespräch auf die Pflegezimmer-Organisation: wenn ein Kind einen hohen Pflegeaufwand hat, muss man sich ein System schaffen um alles unter zu bekommen. Hier stellt Familie Suckert ihres vor:

Von Jenni Suckert

Der ganze Arbeitsplatz ist unser alter Wickeltisch.

Für die einzelnen Pflegebereiche hab ich Kisten und farbige Nierenschalen.

So ist z.B. grün für die Spritzen.

Rot für die Hörgeräte

Blau zum Darmspülen

Und pink für die Stoma/Sondenpflege. Sämtliches dauerhafte benötigtes Pflegezubehör ist kompakt verpackt in einer Ikea Box

Die Ikea Boxen sind eine großartige Sache. In einer weiteren haben wir die Dauermedis (ohne Verpackung) griffbereit

Da unsere Maus noch ziemlich klein und dünn ist, passen ihr noch die Babywindeln. Somit fand ich dieses Wickelkörbchen aus dem Drogeriemarkt ne tolle Sache.

Danke Jenni für diesen Einblick!

Do-it-yourself-Gerätewagen

Wir wollten Beatmungsgerät, alle Beatmungsmasken, Cough-Assist, Inhalationsgerät und eine „Krankenhaus-Kiste“ (in der alle notwendigen Dinge für einen akuten Krankenhausaufenthalt drin sind wie Ersatzschläuche, ausreichend Pflegemittel, Rausfallschutz,…) auf einem Wagen unterbringen. Diesen Wagen möchte ich Euch zeigen, vielleicht ist er ja eine Inspiration für Euer Pflege-Zimmer.

Zunächst kaufte mein Mann alle Teile:

Dann wurden alle Holzteile mehrmals lackiert. Im Alltag wird der Wagen desöfteren abdesinfiziert, da muss das Holz einiges aushalten…

Dann wurde die Schublade montiert…

Am Ende wurde der Rest zusammen geschraubt…

… und im Kinderzimmer bestückt:

Damit auch die Stecker besser erreichbar sind und es etwas besser ausgeschlossen ist, dass Judith durch Erbrechen die Sicherung rausspringen lässt und die Steckdosenleiste keinen Schaden nimmt (alles schon vorgekommen…), hat mein Mann noch eine robuste Halterung für die Steckdosenleiste gebaut:

Wartungsfreie Notfallklingel

Immer wieder gibt es Situationen, in denen uns der Pflegedienst schnell dazurufen muss aber nicht vom Bett weg kann. Klassisches rufen ist nicht so effektiv: verängstigt das Kind und evtl. hören wir es nicht. Der erste Versuch mit einer Funkklingel scheiterte: abwechselnd gingen die Batterien von Sender und Empfänger leer, üblicherweise genau in brenzligen Situationen.

Dann kam die wartungsfreie Klingel: der Sender holt sich die benötigte Energie aus dem Drückvorgang. Der Empfänger wird in die Steckdose gesteckt. Wir haben sie bei Conrad erworben.

sie heißt offiziell: Sygonix 1417379 Funkklingel Komplettset Batterielos.

Weniger Müll: waschbare Schutzkittel

Bei manchen Pflegemaßnahmen bzw. bei entsprechender Keimlage kommen hier im Pflege-Zimmer auch schon mal Schutzkittel zum Einsatz. Bisher hatten wir Wegwerfkittel- diese verursachen ein großes Müllvolumen. Schlecht für unsere Müllkapazitäten im Mehrfamilienhaus.

Lösung: waschbare Schutzkittel! Diese vermeiden nicht nur Müll, sie sind auch deutlich angenehmer zu tragen. Nach Benutzung können Sie bei bis zu 95 Grad gewaschen werden.Gefunden habe ich sie bei https://careline-shop.de/Produkte/Pflegebedarf/Schutzkittel/Schutzkittel-Farbe-Gelb-mit-Strickbuendchen.html .

Allerdings können dort nur Pflegeeinrichtungen bestellen und für den verzweifelten Privathaushalt machen sie auch keine Ausnahme… Daher bin ich den Weg über unsere örtliche Apotheke gegangen. Die dürfen wiederum dort bestellen…

Leider kann man die Kittel nicht über die Pflegehilfsmittelpauschale abrechnen. Naja, es ist dafür eine einmalige Investition.

Für unsere Zwecke ist es genau die passende Lösung!

DIY: Abpolsterung für Pflege-/Babybett

Judith hat ein Kinderpflegebett von der Firma Savi, Modell Tom. Ohne die hohen Gitter würde sie Gefahr laufen herauszufallen, da sie Gefahren so gar nicht einschätzen kann und Sicherheit zum schlafen braucht. Eine Abpolsterung haben wir damals nicht mitbestellt weil Judith sie nicht brauchte.

Tja, nun wurde sie größer und nachdem es ein paar mal ordentlich gekracht hat und sie diverse Beulen davon getragen hat, fanden wir die Idee mit einer Abpolsterung auf einmal doch ganz charmant…

Leider lässt sich nur eine lose Abpolsterung nachrüsten.

Und die muss bei jeder Höhenverstellung und bei jedem Tür-öffnen abgemacht werden.

Öhm… nein danke.

Also musste eine do-it-yourself-Variante her…

Die Bastelanleitung stelle ich hier zum nachbauen ein. Bei den Türen kann nicht die ganze Fläche abgepolstert werden, da sie sich sonst nicht öffnen lassen. Es sollte auch auf „Gucklöcher“ fürs rein- und rausgucken geachtet werden sowie auf Möglichkeiten für Kabel- und Schlauchdurchlässe. Daher sind die Sterne an den Türen nicht hinterklebt.

Ihr braucht:

  • Je nach Größe entsprechend viele Yoga-/Turn-/Isomatten (ich empfehle nach einigen Schneide-Übungen mit einer billigen Matte Airex-Matten, die sind sehr robust)
  • Moosgummi zum hinter kleben
  • Teppichmesser
  • Farbige Kabelbinder
  • Haushaltsschere
  • durchsichtige Klemm-Mappe
  • Locher
  • Wäscheklammern
  • Abwaschbarer Stift
  • Dorn
  • Spritze

1. Matte grob von der Länge her zuschneiden, mit Wäscheklammern aufhängen und Befestigungspunkte sowie Motive markieren

2. Motive mit Teppichmesser ausschneiden

3. von hinten Moosgummi gegen kleben

4. vorne um die Kanten mit Bastelkleber eine Versiegelung anbringen. Ich habe Kleber in eine Spritze gefüllt und bin damit um die Ränder gefahren (wofür man Spritzen so alles verwenden kann!)

5. aus dem Hefter kleine Plättchen zuschneiden und lochen

6. mit dem Dorn die Befestigungspunkte löchern und dann die Kabelbinder durchschieben, die Plättchen unterlegen

7. anbringen, Enden abschneiden, fertig!

Mundschutz selber nähen

Dies ist der Auftakt einer neuen Kategorien-Serie, die in losen Abständen erscheinen wird. Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus und die Kapazitäten der Mülltonnen sind sehr beschränkt. So begann ich, über Alternativen zu all den Wegwerf-Pflegeprodukten nachzudenken.

Angenehmer Effekt von Mehrweg-Pflege-Dingen ist, dass sie hochwertiger sind. Damit einher geht oft auch ein höherer Tragekomfort (Stichwort Stoff-Schutzkittel statt Plastik-Schutzkittel). Diesen Gedanken weitergedacht entstand die Idee, Mundschutze selber zu nähen, so begann das Projekt…

Ziel ist, dass jede/r Pflegende seinen personalisierten Mundschutz hat, wiederverwendbar, bei 90 Grad waschbar und vor allem: angenehm zu tragen. Ich fand den „Körpertex-Stoff„, der zum nähen von Mundschützen geeignet ist.

Als Vorlage diente ein Einmal-Mundschutz. Auseinandergeschnitten kann man den Faltenabstand gut erkennen und nachbügeln. Neben dem Stoff benötigt man noch 2mm-Gummikordel und dann kann es auch schon losgehen!

1. Stoff grob zuschneiden und auf heißester Stufe bügeln:

2. Seitenränder umnähen, dabei die Gummibänder einarbeiten:

3. unten beim umnähen ein individuelles Muster einsticken:

Fertig!

Pflege-Bad

Auch hier haben wir ein paar Möglichkeiten gefunden, das Arbeiten zu erleichtern:


In einem Ikea-Küchensieb können abgewaschene Dinge kompakt gelagert werden, das ist auch ideal für unterwegs. 


Weiteren Abtropf-Stauraum hat ein an der Wand befestigtes Duschregal geschaffen. Darunter ist ein längliches Ikea-Tablett, das das Wasser auffängt. Darauf zum Abtropfen der Spritzen ein Ikea-Topfdeckel-halter!


Ein solches Tablett befindet sich auch über dem Waschbecken, um die Ablage vor Schäden zu schützen (Desinfektionsmittel und manche Medis hinterlassen krasse Spuren :-/ )

Neue Ideen fürs Pflegezimmer

Nach erfolgreicher Umgestaltung kamen noch zwei Neuerungen hinzu:


Ein Ikea-Bodenschutz vorm Bett. Dieser Bereich ist extrem beansprucht: man steht dort viel, der Toilettenstuhl wird hier benutzt, Händedesinfektion tropft immer wieder auf den Boden und nicht zuletzt ist das der Bereich, der am ehesten be-brochen wird. Genug Argumente, diesen Bereich besonders zu schützen. Als Lösung fanden wir den Bodenschutz „Kolon“. Er ist durchsichtig und liegt gut auf und kann problemlos abdesinfiziert werden. 

Weiterhin haben wir inzwischen echt vielen Pflegekram den wir im Bett benötigen. Um es etwas zu steukturieren habe ich kleine abwischbare Tabletts gekauft. Darauf bereite ich die benötigten Utensilien vor und kann sie einzeln ins Bett (oder sonstwohin) tragen. Ein leeres Tablett dient als Ablage für Abfall:

Mehr Platz im Pflegezimmer

Es wurde ziemlich eng im Pflegezimmer:


Vor allem der Platz zwischen Bett und Schrank war zu eng. Ebenso fehlte Stauraum und eigentlich suchten wir schon lange nach einer Möglichkeit, Judiths Schlafbereich abzudunkeln. 

Viele Gründe also für eine größere Umbauaktion!

Mehr Platz vorm Bett haben wir durch Hängeschränke geschaffen. Darunter können nun super die Hilfsmittel geparkt werden:


Damit man sich in den Schränken gut zurecht findet, haben wir sie mit durchsichtigem Beschriftungsband gekennzeichnet:


Zusätzlicher Stauraum wurde in der Lücke zwischen Wand und Bett geschaffen, wir haben wirklich jeden (!) freien Raum effektiv ausgenutzt…. die Regale sind zudem abklappbar:


Damit sämtliche Taschen (Gerätetaschen, Schulrucksack, Schwimmtasche,…) nicht mehr auf dem Boden rumliegen müssen, bauten wir drei kurze Stuva-Regale übereinander und eine lange Tür wurde davor gebaut:




Um Judith endlich trotz Anwesenheit einer Nachtschwester einen dunklen Schlafbereich zu ermöglichen, montierten wir quer durchs Zimmer eine Vorhangschiene und hängten einen dreigeteilten Vorhang aus Verdunkelungsstoff auf:



Durch eine der Lücken kommt man zu Judith, die andere Lücke bietet einen Durchlass für den Monitor:


Die „Schwesternecke“ braucht jetzt keinen Vorhang mehr und dadurch wirkt die Ecke luftiger:


Und wenn ich schon dabei bin so viele Fotos zu posten- eine neue Zimmerlampe gab’s auch noch:


Judith hat von all dem nichts mitbekommen da sie ausquartiert war für die Zeit der Renovierung. Sie war aber sehr positiv überrascht als sie das Ergebnis sah!